Hanf und seine Inhaltsstoffe

Die Hanfpflanze gehört ebenso wie Hopfen und die verschiedenen Zürgelbaumarten zur Familie der Cannbaceae, der Hanfgewächse. Bezüglich seines prominentesten Vertreters, des Hanfs, werden zwei Spezies der Gattung Cannabis unterschieden: Cannabis sativa und Cannabis indica. Seit langem währt der Streit, ob es eine dritte Art gibt: Cannabis ruderalis oder man gar nur eine Cannabisart postuliert, die Cannabis sativa, die sich in mehrere Unterarten aufgliedert.

Die weibliche Tücke: die Verteilung der Inhaltsstoffe

Die bekanntesten Inhaltsstoffe von Hanf sind Terpenoide und Cannabinoide. Sie sind im Harz der Hanfpflanze zu finden.

Terpenoide sind chemisch modifizierte Terpene und stellen wichtige Bausteine für Hormone, Vitamine, ätherische Öle und Geruchsstoffe dar. Cannabis vermag etwa 120 verschiedene Terpene herzustellen. Als Geruchsstoff verleiht es Marihuana auch einen speziellen Geschmack und ist darüber hinaus dafür verantwortlich, dass Spürhunde in der Lage sind, Drogen zu finden: Nicht das wirksame THC wird von ihnen erfasst, sondern Terpene als Geruchsstoffe. Die Mengenverhältnisse der Terpene hängen vom Alter der Pflanze ab, aber auch von der Tageszeit sowie dem Klima. Beispiele für Terpene, die in Cannabis nachgewiesen wurden, sind Menthol und Kampfer.

Die Cannabinoide bilden die zweite Stoffklasse mit einer Reihe von Vertretern. Zu den wichtigsten Cannabinoiden zählen das psychoaktive Delta-9-Tetrahydrocannabinol, auch als THC oder Δ-9-THC bezeichnet sowie das Cannabigerol (CBG), das selbst nicht psychoaktiv wirkt, aber Ausgangsstoff für die Synthese von THC und weiterer Cannbinoide ist, und das schwach psychoaktive Cannabidiol (CBD). Interessanterweise ist THC nahezu ausschließlich auf der weiblichen Pflanze zu finden, während die männliche Pflanze kaum psychisch aktive Substanzen produziert. Die unbefruchteten Blütenstände der weiblichen Pflanze sind besonders reich an THC. Die Synthese dieser Substanz verläuft über mehrere Schritte, von denen einige reversibel, das heißt auch in umgekehrter Richtung ablaufen können. Für die Ausbeute an THC ist das Mengenverhältnis der verschiedenen Cannabinoide in der Reaktionskaskade entscheidend und dieses ändert sich im Laufe des Wachstums der Pflanze. Der geeignete Erntezeitpunkt für die psychisch aktive Form liegt vor, wenn der THC-Anteil am höchsten ist, und das ist der Fall, sobald das durchsichtige Harz sich zu trüben beginnt.

Neben dem Erntezeitpunkt ist auch die Cannabis-Sorte maßgeblich für den THC-Gehalt. Der indische Hanf wird durchschnittlich einen Meter hoch, wirkt eher gedrungen im Wuchs und bildet besonders breite Blätter und die größte Anzahl Blüten. Cannabis sativa erreicht eine Höhe von bis zu 5 Meter, ist sehr stark verzeigt und hat größere Blätter, die jedoch sehr schmal sind. Neben den differierenden äußerlichen Merkmalen wird häufig der Unterschied in der Wirkung, die man mit den Produkten beider Pflanzen erzielt, beschrieben. Verantwortlich dafür sind die verschiedenen Mengenverhältnisse der einzelnen Cannabinoide, das Cannbinoid-Profil. In Cannabis indica ist der Anteil von Cannabidiol (CBD) höher und damit auch das Verhältnis CBD zu THC. Als Gegenspieler des THC unterdrückt CBD dessen Wirkung. Ein hoher Anteil von CBD wird als eher beruhigend, ein niedrigerer als anregend beschrieben. Die Konzentration von CBG ist ebenfalls in Cannabis indica erhöht.

Marihuana und Haschisch

Die bekanntesten Cannabis-Produkte sind Marihuana, Haschisch und Haschischöl. In der Szene sind dafür verschiedene Namen in Gebrauch: Brock, Brown, Dope, Heu, Kiff, Pott, Shit, Stuff oder Tea.
Marihuana, auch als Gras bekannt, ist die Bezeichnung für die Blütenstände der weiblichen Pflanze. Beim Rauchen wird durch die enthaltenen Terpene ein typischer süßlicher Geruch freigesetzt.
Haschisch, auch als Shit oder Dope bezeichnet, ist das gepresste Harz. Besonders hochwertiges Haschisch wird aus dem Harz der Blüten gewonnen. Ein harziger Geruch beim Erwärmen ist markant und unterscheidet echtes Haschisch von minderwertigen Produkten.
Haschischöl ist die wirkungsstärkste Droge, da hier die höchsten Konzentrationen der psychoaktiven Substanzen vorliegen.